"Donnerschlag und Tintenklecks" - Regionalbischof Klahr predigte zum Abschluss des Kindergottesdienst-Sprengelpraxistags


70 Mitarbeitende im Kindergottesdienst kamen zu einem Fortbildungstag in der Pauluskirchengemeinde
in Leer-Heisfelde mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und dem Kindergottesdienstbeauftragten der
Landeskirche Hannovers, Pastor Dirk Schliephake aus Hildesheim, zusammen. (Foto: Sprengel)

öso. Leer. Rund 70 Mitarbeitende aus dem Bereich „Kirche mit Kindern“ kamen aus dem Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems zu einem Fortbildungstag in Leer zusammen. Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums fand das diesjährige Treffen der Kindergottesdienstmitarbeitenden zum Thema „Donnerschlag und Tintenklecks“ statt. Rund um das Thema „Martin Luther und Kinder“ wurden ein Impulsvortrag, fünf praktische Ein-Blicke, eine Lieder-Werkstatt und ein Abendmahlsgottesdienst angeboten.

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr predigte über eine Geschichte aus dem Matthäusevangelium (Mt 8,1-4), in der Jesus einen Aussätzigen durch Berührung geheilt hatte. In seiner Predigt machte der Regionalbischof deutlich, dass Jesus die Nähe zu den Menschen gesucht und sie berührt habe, auch die Kranken und Ausgestoßenen. Seine Berührung habe Menschen geheilt und wieder in die Gemeinschaft zurückgeführt. „Diese Erfahrung können wir auch heute machen, wenn Gottes Wort und sein Sakrament uns zu Herzen gehen und anrühren. Diese Nähe Gottes, die in Jesus erfahrbar wird, sollen insbesondere die Kleinen in den Gemeinden erfahren“, so Klahr.

Der Regionalbischof freute sich über die vielen Mitarbeitenden im Sprengel, die den Kindergottesdienst gestalten, und dankte den versammelten Mitarbeitern für ihren Einsatz, ihre Fantasie und Freude, den Kleinsten in den Gemeinden von Jesus zu erzählen. Dies sei schon Martin Luther wichtig gewesen. Luther habe eine Kinderbibel mit Bildern herausgegeben. Auch in seinen Liedern und Predigten war er um Anschaulichkeit bemüht.

Die Mitarbeitenden im Kindergottesdienst konnten in sechs Ein-Blicken kreative Anregungen zum Reformationsjubiläum mit in ihre Gemeinden nehmen: In einer Schreibwerkstatt mit einem Federkiel schreiben, Schwäne basteln und dabei von der Bedeutung des Schwans als Zeichen der Reformation erzählen, mit Gegenständen aus dem Lutherkoffer wichtige reformatorische Einsichten und Ereignisse anschaulich machen, die Lutherrose ausmalen und dabei zentrale Aussagen lutherischen Glaubens weitergeben. Eine Materialbörse und eine Liederwerkstatt gaben weitere Impulse.

Der Beauftrage für den Kindergottesdienst in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Pastor Dirk Schliephake aus dem Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim, hielt einen bewegenden Vortrag zum Thema „Luther und Kinder“. Dabei stellte er die besondere Bedeutung der Kinder in der Theologie Martin Luthers heraus und Luthers tief berührende Erfahrungen als Vater eigener Kinder. Viele reformatorische Impulse  – von Kinderrechten, Schulbildung und Kindertheologie bis zum Abendmahl mit Kindern – sind bis heute spürbar wirksam.

Ein Team um Susanne Kretzschmar, Diakonin der gastgebenden Paulus-Gemeinde in Heisfelde und Beauftragte für den Kindergottesdienst im Kirchenkreis Emden-Leer, hatte die Räumlichkeiten einladend vorbereitet. „Nachdem im vergangenen Jahr dieser Tag wegen mangelnder Beteiligung ausfallen musste, hat *uns Kirchenkreisbeauftragte die große Beteiligung mit 72 Personen in diesem Jahr überwältigt. In den Jahren davor kamen um die 45 Personen“, sagte Susanne Kretzschmar.

Eingeladen hatten die Kindergottesdienstbeauftragten der sechs Kirchenkreise im Sprengel Ostfriesland-Ems und der Arbeitsbereich Kindergottesdienst im Michaeliskloster Hildesheim.