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Corona sorgt für kleine Gottesdienste

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Die Einführung von Ulrich Menzel als neuer Pastor der Matthäus-Kirchengemeinde findet am Sonntag in der Kirche in Wallinghausen statt. Eigentlich ein Moment, zu dem sich die Kirchengemeinde feierlich versammeln sollte. Eigentlich, denn Corona macht einen gehörigen Strich durch die Rechnung. „Viele Gemeindemitglieder wollen ganz selbstverständlich kommen und sind dann enttäuscht, wenn ich ihnen sagen muss, dass leider kein Platz mehr ist“, sagt Pastorin Silke Kampen, sie hat die Gemeinde im vergangenen Jahr alleine betreut und erhält mit Menzel wieder einen geistlichen Kollegen.

 

OZ vom 29.8.2020 Seite 17

Geertje Meyer

 

Glaube Das ist nicht nur Sonntag in Wallinghausen ein Problem, sondern beeinflusst auch Weihnachten

Wallinghausen - Die Einführung von Ulrich Menzel als neuer Pastor der Matthäus-Kirchengemeinde findet am Sonntag in der Kirche in Wallinghausen statt. Eigentlich ein Moment, zu dem sich die Kirchengemeinde feierlich versammeln sollte. Eigentlich, denn Corona macht einen gehörigen Strich durch die Rechnung. „Viele Gemeindemitglieder wollen ganz selbstverständlich kommen und sind dann enttäuscht, wenn ich ihnen sagen muss, dass leider kein Platz mehr ist“, sagt Pastorin Silke Kampen, sie hat die Gemeinde im vergangenen Jahr alleine betreut und erhält mit Menzel wieder einen geistlichen Kollegen.

Denn obwohl für diesen besonderen Gottesdienst 60 Besucher erlaubt sind, sind alle Plätze besetzt. Repräsentanten des öffentlichen Lebens, Mitglieder des Kirchenvorstands, Kollegen und einige Gäste werden die Plätze besetzen. „Aber natürlich sind darunter auch Gemeindemitglieder und Vertreter einzelner Gruppen“, betont Kampen. Trotzdem bleibt für die meisten der 4800 Mitglieder der Kirchengemeinde die Tür am Sonntag verschlossen. Denn das Zusammentreffen wird live ins Internet übertragen. „Es ist natürlich ein merkwürdiger Start für den Kollegen“, sagt Tido Janssen, Superintendent des Kirchenkreis Aurich. Die Gemeinde tue jedoch viel, um möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen. So wird der Gottesdienst live über die Videoplattform Youtube übertragen. „Mehr ist im Moment nicht möglich“, so Janssen.

Verständnis für die begrenzten Plätze laut Kampen auch bei den Gemeindemitgliedern vorhanden. Denn Pastor Menzel hat in den vergangenen Jahren immer wieder Gottesdienste als Vertretung in der Matthäus-Gemeinde gehalten und ist somit bereits in der Gemeinde bekannt. „Außerdem hatte ich als Kreisjugendpastor bereits viele Berührungspunkte mit der sehr aktiven Jugendarbeit hier“, sagt er. Als im November vergangenen Jahres die Stelle in Wallinghausen ausgeschrieben wurde, musste er nicht lange nachdenken. „Ich hab immer gedacht, wenn ich wieder in eine Gemeinde gehe, dann in so eine wie hier. Denn hier ist so viel Leben in der Bude“, begründet er seinen Entschluss nach acht Jahren als Schulpastor zu wechseln.

Ihn scheint die ganze Aufmerksamkeit rund um seine Person ein wenig unangenehm zu sein. „In meiner Einführungspredigt stelle ich auch die Frage, ob so ein Mordsfest nicht auch schon Personenkult ist“, sagt er. Denn auch wenn der Gottesdienst gezwungenermaßen klein gehalten wird, werden zahlreiche Gemeindemitglieder ihren neuen Pastor zur Kirche begleiten. Nach ostfriesischer Tradition wird er nämlich an der Ortsgrenze abgeholt.

Seine Kollegin Kampen, die sich im vergangenen Jahr allein um die Gemeinde gekümmert hat, sieht in den Festlichkeiten auch eine Möglichkeit, Flagge zu zeigen. „Es ist wichtig zu zeigen, dass wir noch da sind. Denn durch Corona fehlen uns ganz viele Möglichkeiten der Begegnung“, begründet sie. Menzel freut sich darauf, nun nach und nach die Gemeindemitglieder kennenzulernen. Seinen Schwerpunkt möchte er in der Arbeit mit Konfirmanden und weiteren Jugendlichen setzen. Außerdem schätzt er in Wallinghausen, dass die Gemeinde sehr musikalisch ist. „Da muss man schauen, ob ich irgendwo mitmache oder ob man Bestehendes intensiver integrieren kann“, sagt er. Und natürlich möchte er die Gemeinde besser kennenlernen.

Beim Kirchenkreis hat man in den nächsten Wochen bereits den Blick Richtung Weihnachten gerichtet, denn Gottesdienste wie in den Vorjahren wird es dann wahrscheinlich nicht geben können. „Im September werden wir darüber beraten“, so Superintendent Janssen. Aber es gebe bereits jetzt einige Ideen, wie jeder, der möchte, einen Gottesdienst sehen können wird.

Freuen sich auf die langfristige Zusammenarbeit: Pastor Ulrich Menzel und Pastorin Silke Kampen. Bild: Meyer